In deinem Sein gibt es zwei Möglichkeiten, die eine ist Intellekt die andere Intelligenz
Auszug aus "Nirvana" von Osho, http://www.oshomedia.de

Der Intellekt ist männlich, Intelligenz ist weiblich. Der Intellekt ist aggressiv, Intelligenz ist passiv. Der Intellekt ist gewalttätig, Intelligenz ist gewaltlos. Der Intellekt versucht mit Gewalt in die Realität einzudringen - genau das tut die Wissenschaft. Er ist eine Vergewaltigung der Wirklichkeit. Er ist hässlich. Intelligenz öffnet einfach die Tür und wartet, daß das Licht hereinkommt.
Sie ist empfänglich wie eine Frau. Sie ist wie ein Schoß - einfach empfänglich, passiv. Laß dich von deiner Intelligenz lenken. Laß nicht zu, daß dein Intellekt dich überwältigt.

Habt ihr beobachtet, daß wenn ihr euch verliebt, die Frau unmerklich die Übermacht gewinnt?
Du magst ein großer Mann in der Welt sein, aber wenn du mit deiner Geliebten zusammen bist, verschwindet dein Ego einfach. Selbst eine sehr zarte und zerbrechlich Frau wird den stärksten Mann der Welt überwältigen.

Es geschah einmal: Ein exzentrischer König schickte einmal einen Reiterknecht durch das Land. Er sollte alle Familienväter testen, und jeder, der Herr im Hause war, sollte ein Pferd erhalten. Jeder Mann, der unterm Pantoffel stand, sollte einen Pantoffel erhalten. Wo immer der Reiterknecht hinkam, lieferte er Pantoffel ab und hatte nie Gelegenheit, jemandem einmal ein Pferd zu schenken. Am Ende jedoch kam er an das Haus eines kräftigen Bauern mit einem borstigen unrasierten Gesicht, einer tiefen Baßstimme und Muskeln wie ein Stier. Im Hintergrund war sein dünnes, ausgemergeltes Weiblein.

Der Reiterknecht sagte: "Bist du der Herr im eigenen Haus?" Der Bauer legte den Kopf in den Nacken und brüllte vor Lachen. "Darauf kannst du Gift nehmen, Kleiner", sagte er, "was ich hier sage, gilt." Und er öffnete und schloß seine Fäuste, so groß wie Schinken. Der Reiterknecht war überzeugt. "Du bekommst ein Pferd", sagte er, "möchtest du ein braunes oder ein graues Pferd?" Der Bauer wandte den Kopf und reif: "Tilda, nehmen wir das braune oder das graue Pferd?" Und er Reitknecht sagte: "Hier hast du einen Pantoffel."

Das Ganze richtet sich nach einem ganz bestimmten Gesetz. Das Weibliche ist mächtiger. Aber das Paradoxe ist: Das Weibliche sieht mehr machtlos aus. Gerade da liegt seine Macht. Gerade in der Machtlosigkeit liegt die Macht. Das Weibliche sieht zerbrechlich aus - genau darin liegt die Macht und die Stärke.

Jeder hat beides in sich. Der Mann hat in sich eine Frau und einen Mann. Und die Frau hat in sich eine Frau und einen Mann. Jetzt ist es an euch. Der Akzent muss jetzt auf die folgende Art verlagert werden: Der Intellekt ist männlich. Intelligenz ist weiblich. Der Verstand ist männlich, Meditation ist weiblich, empfänglich, passiv.

Wenn ihr euch nun an den Intellekt klammert, werdet ihr fehlgehen, weil die Wirklichkeit ihre Türen nur denen öffnet, die passiv sind - passiv, wach ... aber absolut passiv, ohne das geringste zu tun. Verlagert den Akzent vom Intellekt auf Intelligenz. Verlagert den Brennpunkt von den Gedanken zu den Gefühlen.

Die Wahrheit kann nie erkannt werden; sie kann nur gefühlt werden. Ihr könnt nicht zur Wahrheit hingehen, ihr könnt nur offen für sie sein, so daß sie zu euch kommt. Niemand geht je zu Gott. Wann immer du soweit bist, kommt Gott zu dir. Wenn du es durch den Intellekt austüfteln willst, wirst du ein Metaphysiker, ein Philosoph, ein Systemfuchs, ein Logiker. Aber dann verfehlst du die Sache, dann gehst du absolut in die Irre. Laß alle Logik, alles Systematisieren, alles Haarespalten sein. Laß alle Aggressivität fallen. Das aktive Prinzip muß fallen. Werde passiv.

Sitz schweigend da, sei schweigend da - und warte. Und plötzlich, eines Tages, wenn du dich wirklich in deiner Passivität niedergelassen hast, wenn du wirklich in deiner Empfänglichkeit zentriert bist, wenn du nur noch eine Tür bist, eine Öffnung, kommt Gott zu dir, geschieht Nirvana.


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