"Das Leben selbst ist nicht das Ziel"
Auszug aus "Buddha sprach" vom Goldmann Verlag

Ein Mönch fragte Buddha:
Unter welchen Bedingungen ist es möglich, das Wissen um die Vergangenheit zu erlangen und den höchsten Weg zu verstehen?

Buddha sprach:
Diejenigen, welche reinen Herzens und unbeirrt sind, können den höchsten Weg verstehen. Es ist, als würde man einen Spiegel putzen und den Staub entfernen, bis er glänzt. Löse dich von deinen Leidenschaften und sei ohne Verlangen, dann wird die Vergangenheit offenbart.

Ein Mönch fragte Buddha:
Was ist das Gute, und was ist Größe?

Buddha antwortete:
Es ist gut, den Weg zu praktizieren und der Wahrheit zu dienen.
Groß ist das Herz, das im Einklang mit dem Weg ist.

Das Leben selbst ist nicht das Ziel. Das Ziel geht über das Leben hinaus. Das Leben ist nur eine Chance, um das Ziel zu verwirklichen. Das Ziel ist tief im Leben versteckt; du kannst es an der Oberfläche nicht finden. Du wirst ins eigentliche Zentrum vordringen müssen. Das Leben ist wie ein Samenkorn. Das Leben an sich ist nicht genug. Du wirst hart arbeiten müssen, damit das Samenkorn sprießt und daraus ein blühender Baum wird.

 

Dies ist eines der grundlegendsten Dinge, die man nie vergessen sollte: Der Mensch muss sich selbst überwinden, das Leben muss über sich selbst hinauswachsen. Wenn du das nicht verstehst, wirst du unterwegs verloren gehen und das Ziel aus den Augen verlieren. So geschieht es normalerweise. Wir halten zu sehr am Leben fest und vergessen, dass es nur eine Chance war, etwas Tieferes als das Leben zu erfahren, etwas zu verstehen, was höher ist als das Leben, was weit darüber steht.

Wenn du zu sehr vom Leben selbst besessen bist, dann ist es fast so, als würde man zur Universität geschickt und daran so stark festhalten, dass man sich nicht mehr vorstellen kann, sie jemals wieder zu verlassen. Die Universität ist aber nur dazu da, dich für größere Aufgaben auszubilden. Die Universität soll dich auf das Universum vorbereiten, deshalb nennen wir sie Universität. Sie selbst ist aber nicht das Universum, nur eine Vorbereitung.

In der östlichen Welt wird das Leben wie eine Universität betrachtet, eine Disziplin, ein Training für etwas, was weit jenseits davon liegt.
Wenn du zu sehr am Leben hängst, wirst du immer wieder kommen müssen, jedes Jahr zurück zur Universität. Das ist sinnlos, unnütz. Eine Universität ist dazu da, dich bereit zu machen, und sie muss eines Tages aufgegeben werden. Sie ist nur eine Vorbereitung. Wenn die Vorbereitung endlos wird, wird sie zur Last.

So geht es vielen Menschen. Für sie ist das Leben das Ziel. Dann bereiten sie sich vor, sie bereiten sich endlos vor. Sie gehen niemals auf die Reise, sie machen nur Reisevorbereitungen. Wenn sich dann ihr Leben als Geste der Hilflosigkeit erweist, ist es kein Wunder! Es muss naturgemäß so sein.
Stell dir vor, du würdest ständig nur die Abfahrtszeiten studieren, immer bereit abzureisen, immer wieder beim Reisebüro anfragen, aber niemals abreisen, niemals auch nur irgendwo hingehen. Du würdest verrückt werden!

Am Leben selbst ist nichts falsch, aber wenn du glaubst, es sei reiner Selbstzweck, dann wirst du Schwierigkeiten bekommen. Dann wird dein ganzes Leben sinnlos. Es gibt einen Sinn, aber er geht über das Leben hinaus. es gibt einen Sinn, aber du wirst bis zum Kern vordringen müssen, wo er sich offenbart. Wer das Leben als Ziel begreift, bleibt an der Oberfläche hängen. Diese Oberfläche wird von Buddha "Das Rad" genannt. Es dreht sich endlos weiter. Man sieht es an jedem Ochsenkarren: Die Räder bewegen sich, sie drehen sich um etwas, was sich nicht bewegt. Das Zentrum bleibt regungslos; die Nabe bewegt sich nicht. Das Rad dreht sich um eine bewegungslose Nabe.

 

Wenn du das Rad anschaust, siehst du lediglich das Vergängliche. Wenn du die Fähigkeit hast, auf die Nabe zu schauen, wirst du in der Lage sein, in die Ewigkeit einzudringen. Wenn du auf die Oberfläche schaust, kannst du nur das Zufällige beobachten. Bist du fähig, das Zentrum zu erreichen, die Nabe, wirst du das Wesentliche erkennen. Und solange du nicht das Wesentliche erkennst, wirst du immer und immer wieder dasselbe wiederholen.

Die Welt wird "das Rad" genannt, weil sich dieselben Dinge immer und immer wieder wiederholen, und mit der Zeit wird alles zur Wiederholung. Und je mehr du dich wiederholst, umso langweiliger wird dir. Je langweiliger dir ist, um so lustloser und stumpfsinniger wirst du. Du verlierst deine Intelligenz, du verlierst deine Frische, du verlierst Bewusstheit. Du wirst zu einem Roboter, einem mechanischen Ding.

 

Schau dir die Leute an. Sie sind zu Robotern geworden. Sie machen immer und immer wieder dasselbe. Jeden Morgen, jeden Abend bewegen sie sich in derselben Spur, und natürlich sehen sie wie Tote aus. Da ist kein Leuchten in ihren Augen, du kannst keinen Lichtstrahl bei ihnen entdecken.
Buddha nennt diese fortlaufende Wiederholung des Rades "Samsara".

Aus diesem Rad herauszukommen, aus dieser Spur auszusteigen, das ist Nirwana.
Bevor wir uns mit dem Sutra befassen, müssen erst einige Dinge verstanden werden.

Das Leben ist das Spiel der Spiele, das höchste Spiel. Es hat einen tiefen Sinn, wenn du es als Spiel betrachtest und nicht zu ernst nimmst. Wenn du einfach und arglos bleibst, wird dir das Spiel sehr viele Einblicke gewähren.

Einst warst du ein Tiger, manchmal warst du ein Stein, manchmal wurdest du zum Baum, und schließlich wurdest du zum Menschen; manchmal warst du eine Ameise und manchmal ein Elefant. Für Buddha sind es alles Spiele. Und du hast schon tausende von Spielen gespielt, um das Leben in seiner ganzen Vielfalt kennen zu lernen. Durch diese aufeinanderfolgenden Spiele kann der Spieler alle möglichen Verwandlungen von Materie in der Evolution erfahren.

Marion: Das Buch, aus dem ich hier zitiere gibts bei Amazon für 10 Euro. Wirkliches Wissen wird einem heutzutage billig vor die Füße geworfen. Das ist nur für denjenigen so, der es sehen kann.
Materialisten geben Tausende für Seminare aus, die nutzlos sind, weil die Seminarleiter lediglich Durchschnittswissen und kaum Erfahrung besitzen. Wirkliche Hilfe fürs Leben kann nur ein erleuchteter Meister geben.



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