Sommerimpressionen vom Gombai Hegy 2016 -von Helmut-

Gombai Hegy ist ungarisch und heißt „Kleiner Pilzberg“, das Grundstück, das wir uns 2015 ganz in der Nähe gekauft haben.
Ein kleines Häuschen, Obstbäume, Wald ein Kartoffelacker und ein kleines Gärtchen, um das es auf diesen Bildern geht. Insgesamt sind es 3 Hektar Land – in Ungarn zum erschwinglichen Preis.
Das kleine Gärtchen habe ich über den Winter mit einem Holzzaun eingefriedet. Wir sind mitten im Wald und Rehe, Rothirsche, Wildschweine und natürlich Hasen, kommen bis wenige Meter ans Haus. Es ist herrlich in der Abenddämmerung Hirsche im eigenen Garten vom Sessel aus zu beobachten. Das Vergnügen hält sich aber in Grenzen, wenn sie dabei die Paprikapflanzen abfressen oder die Wildschweine ganze Kohlköpfe in den Wald schleppen.



 

 

Jetzt gedeiht das Gemüse prächtig hinter diesem Zaun. Bohnen, Erbsen und Kürbisse ranken daran hoch, und Wühlmäuse sind die einzigen ungebetenen Gäste. Rote Schnecken gibt es hier, warum auch immer, keine!

1,60m hoch, ca.40-60cm breit und etwa 65 Meter lang ist er; schließt sich in geschwungenen Kreisformen um die Beete.

Zwei Monate Arbeit, Unmengen an Altholz, Bauschnitt und Stangen waren erforderlich. Die Freude beim Entstehen und Betrachten lassen auch manch mühevolle Tage vergessen. Ich habe die Äste und Stämmchen zwar kräftig, mit meinem Körpergewicht zusammengedrückt und miteinander verflochten, aber durch den Zersetzungsprozess sinkt das Holz zusammen, und es müssen immer wieder neue Äste oben aufgelegt und eingeflochten werden. Äste, die beim Brennholz nebenbei anfallen. Der ganze Zaun ist also einschließlich Instandhaltung kostenlos.
 

 

 

 

 

Lila Bohnen mit wildem Hopfen – der Zaun erspart die Bohnenstangen…

…allerdings halten sich Wühlmäuse gerne im und um den Zaun auf und man braucht, da sie Bohnen- und Erbsenkerne lieben, etwas mehr Saatgut.
 

 

 

 

Die Hokkaidokürbisse können an der Außenseite des Zaunes wachsen, denn Kürbisse werden vom Wild verschmäht.

 

 

 

 

Karottenblüte und Zwiebel

Links eine Reihe Frühkarotten, die ich Anfang März ausgesät habe und jetzt geerntet werden können, ebenso die Zwiebel… rechts neben den Zwiebeln eine spätere Karottensorte, mit noch kleinen Pflanzen.
 

 

 

 

Zwiebel im Mulch
 

 

 

 

Eine Karotte im Größenvergleich zur Hand…
dazwischen wächst wilder Gundermann
 

 

 

 

Junge Paprikapflanzen

Dieses Jahr sind die Paprikapflanzen leider noch sehr klein. Wir hatten am 27.April -2°C und es ist viel erfroren. Frost im April ist in Ungarn, südlich vom Balaton außergewöhnlich, selbst der März ist manchmal frostfrei und die „Maikäfer“ schwärmen auch schon ab Ende März, haben ihre Hoch-Zeit im April und verschwinden Anfang Mai von der Bildfläche.

Wir verwenden überwiegend altes Saatgut aus Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern; viel aus Russland. Für alte Ungarische Sorten haben wir leider noch keine Quelle. Wir müssen immer wieder feststellen, dass sich Saatgut aus Deutschland und auch Russland mit der Ungarischen Hitze und Trockenheit im Sommer arg plagt und manchmal gar nicht gedeiht. Gegen die Trockenheit hilft das Einbringen einer hohen Mulchschicht und man kann etwas gießen. Jedoch nicht zu viel, da die Pflanzen dann zu viel verdunsten und in der Hitze ebenso leiden. Dieses Jahr haben wir deutsche Kohlsorten verwendet. Vorgezogene Pflänzchen tun sich sehr viel schwerer mit dem Anwachsen, als ungarische Sorten.
Die stehen auch bei über 30 Grad im Schatten und 50 Grad in der prallen Sonne schon 3 Tage nach dem Auspflanzen wieder gut da, während das mit deutschen Kohlsorten praktisch gar nicht geht. Da hilft nur das Vorziehen in einzelnen Töpfchen pro Kohlpflanze, so dass die Wurzeln beim Auspflanzen ins Freiland nicht beschädigt werden.

 

 

 

Junger Rotkohl, oder Blaukraut, wie der Schwabe sagt :-)

 

 

 

Weißkraut im Mulch

 

 

Weißkrautfeldchen

Man sieht noch deutlich den Heumulch, der schon wieder von Kräutern und Gräsern durchwuchert wird. Ich habe am nächsten Tag wieder mit Heu abgemulcht, so dass die Kohlpflanzen fast ganz darin verschwinden. Wenn dann die Wildpflanzen Ende Juli wieder durchwachsen, ist das Kraut groß und stark, so dass die Wildpflanzen die Kulturpflanzen nicht mehr verdrängen können. Im Gegenteil, die Wildpflanzen gewährleisten die Vielfalt, sorgen für ein Nährstoffgleichgewicht im Boden und halten Schädlinge, wie die Kohlfliege fern.
Ich konnte bis heute, Ende Juli noch keine Kohlfliege bemerken, während die konventionellen Gärten voll davon sind und auch Pestizide nicht wirklich helfen.
 

 

 

 

Rote Beete im Heumulch

 

 

 

 

Paprika mit Gundermann

Mit Gundermann konnte man mich früher jagen. Heute ist er für mich zur wertvollen Nahrung geworden. Ich schneide mir die frischen Triebe fast täglich in den Salat und empfinde das als sehr lecker. Getrocknet ist die Gundelrebe, wie sie auch genannt wird, als Entschlackungstee (wie alle Wildkräuter) bestens geeignet.
 

 

 

 

Schafgarbe – auch ein sehr gutes Teekraut

 

 

 

 

Tomatillos gedeihen sehr gut im ungarischen Klima

 

 

 

 

Zucchini können außerhalb der Einfriedung wachsen, da sie als Kürbisse vom Wild nicht gefressen werden.

Die abgelagerten Betonquader bieten Windschutz, was alle Kulturpflanzen lieben.
Zwischen den Quadern wächst wildes Johanniskraut, eine hervorragende und geschmackvolle Teepflanze und wilder Hopfen, der in die Sauerkirschbäume dahinter rankt.
 

Es ist immer wieder ein Wunder, wie schnell Zucchini und andere Kürbisse, innerhalb von Tagen zu riesen Oschis werden :-)



 

 

Muskatkürbisse durchwuchern Kartoffeln …

... und bilden zusammen mit Wildpflanzen, die jetzt langsam die dicke Mulchschicht durchbrechen eine ökologische Gemeinschaft.

 

 

 

 

Der Düngerkübel… daneben mehrjähriger, zu Humus gewordener Mist.
Unter dickem Heumulch bleibt er schön feucht.

Der Boden auf dem Gombai Hegy ist sandig und somit locker, jedoch nährstoffarm. Also muss ich je nach den Bedürfnissen der jeweiligen Pflanzen Dünger in Form von Humus oder Mist in den Boden einbringen. Die Starkzehrer benötigen noch zusätzlich Düngerbrühe, die ich überwiegend mit den drei stickstoffreichen und überall verfügbaren Pflanzen Brennessel, Holunder und Ackermelde, aber auch einer Vielzahl anderer Pflanzen, auch Gras ansetze.

Extreme Starkzehrer sind Muskatkürbisse, gefolgt von anderen Kürbissorten, jedoch nicht Zucchinikürbisse. Da muss man vorsichtiger sein. Auch Kartoffeln und Lauch sind extreme Starkzehrer. Diese Gruppe kann immer wieder mal, gerade nach Regen, mit purer Düngerbrühe gegossen werden.
 

 

 

 

Topinambur – auch ein extremer Starkzehrer

Kohlarten und Paprika fallen auch noch unter die Kategorie Starkzehrer, vertragen aber nur ein Düngerverhältnis von 1:5 bis 1:10.
 

 

 

 

Feldgurke – alte Sorte aus Österreich

Gurken sind das andere Extrem – sie vertragen Kopfdüngung (so nennt man die Düngung der bereits vorhandenen Pflanze) mit Düngerbrühe nur in hoher Verdünnung. Ich verwende dazu eine Mischung von 1:50, also nur ein Teil Düngerbrühe gemischt mit 50 Teilen Wasser.
 

 

 

 

links Kohlrübchen, rechts Stangensellerie

 

 

 

 

Eine wilde Jaltomate – im Hintergrund Muskatkürbisse

Der Name Jaltomate ist etwas irreführend, aber es handelt sich als Nachtschattengewächs um eine Verwandte der Tomate. Sie tragen kleine, schwarze, sehr süße und wohlschmeckende Beeren.
 

 

 

 

Johanniskraut

Zum Abschluss noch ein Bild von Johanniskraut, das ich vor dem Panoramafenster mit Dachüberstand zum trocknen aufgehängt habe. Inzwischen hängt da alles voll mit Kräuterbüscheln, Zwiebel- und Knoblauchgarben… aber davon mehr, wenn ich wieder mal Lust habe…

Liebe Grüße
Helmut
(22. Juli 2016)

 


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