Wie erkennt man eigentlich ob etwas wahr ist oder nicht?

Oft werde ich gefragt, „Aber wie kann man denn wissen, ob etwas wahr ist?“ Es schwirren so viele, so genannte Informationen im Netz herum, so viele Nachrichten, Leaks und Berichte. Die einen sagen so, die anderen so, und oft sogar Gegenteiliges.

Ja, das stimmt. Ich lese auch oft Widersprüchliches. Aber ist es das wirklich? Ich lese und höre mit meiner inneren Stimme, oder wie soll man sagen …. Vielleicht auch mit einer Art innerem Kompass, oder einem sicheren Gefühl. Ein Gefühl, das mich erdet, wenn ich Wahrheit höre. Bzw. es erreicht mich bei Unwahrheit eine Art Kälte. So würde ich es beschreiben. So gibt es eigentlich keinen Widerspruch, sondern nur Wahrheit und Lüge.

Beispiele von Lügen gibt es ja genug. Und Beispiele bringen es am Besten rüber. Zudem sind sie unterhaltsam und oft auch lustig, zumindest bei mir ist das so :-)

Also los …. Das erste Beispiel, das mir einfällt, liegt schon viele Jahrzehnte zurück.

In der Schule wird ja schon ab der ersten Klasse das Fach Religion gelehrt. Da ich von zu Hause aus mit Religion in keiner Weise belästigt wurde, war ich völlig unbelastet, was dieses Fach anging. Für mich war es DIE Märchenstunde schlechthin. Religion war eines meiner Lieblingsfächer, was man auch an der Note sehen konnte. Ich hatte immer eine Eins. Meine Mutter staunte nicht schlecht, und fragte mich sogar mal etwas belustigt „Du hast eine Eins in Religion?“ „Ja“ sagte ich. Da war ich 8 oder 9 Jahre alt. Wir hatten in der Schule eine Nonne als Religionslehrerin. Ich fand die herzig und auch lustig mit ihrem Pinguinanzug :-)

Eines schönen Tages kam es zu einer Unterhaltung mit dieser Nonne, ihren Namen hab ich leider vergessen. Sie erzählte mir weitere Geschichten aus der Bibel. Ich hörte gespannt zu. Nebenbei bemerkte ich, wie ernst ihr Gesicht aussah, und auch wie leidend sie dreinschaute. Ich vermutete, dass ihr Gemütszustand mit der Geschichte zusammenhing, die sie mir gerade erzählte. Es handelte sich um die Story als dieser Mann seinen Mantel mit einem Bettler teilte.

Um die Schwere rauszunehmen, sagte ich zu meiner herzigen Nonne „Aber es sind ja nur Geschichten“ Ich spürte in meinem Herzen, dass diese Geschichten aus der Bibel nicht wahr sind, sie fanden bei mir keinen Grund und Boden, sie erreichten nur meinen Kopf, nicht aber mein Herz, wo dieses Gefühl wohnt, das mir immer sagt, was wahr und was falsch ist.

Nun, das Gesicht der Nonne verdüsterte sich adhok. Sie wurde richtig sauer. Ihre Worte hörte ich nicht mehr, ich schaute nur noch in dieses wütende Gesicht. Und da wurde mir klar. Himmel! Die glaubt das alles! Sie war so identifiziert mit diesem Zeug, dass sie schon nicht mehr lachen konnte. Später fand ich heraus, dass sie den Kindern erzählte, dass Gott nur Menschen achten würde, die auch in die Kirche gehen. Boah! Was für ein Miststück. Ich fragte damals zur Sicherheit meine Mutter, ob das stimmt. Denn soviel Mistigkeit entsetzte mich.
Meine Mutter sagte mir, dass das nicht stimmt, und dass die Kirche mit Gott nichts zu tun hat. Da war ich wieder beruhigt ;-)
Interessanterweise wurde bei uns zu Hause nicht über Gott gesprochen, aber jeder verknüpfte ein Gefühl damit :-)

Heute ist es wohl keine Neuigkeit mehr, dass die Bibel das größte Lügenbuch aller Zeiten ist. Damals vor über 30 Jahren hatte noch keiner Internet, und die Informationen waren sehr dünn. Da war für mich der einzige Weg an Wahrheit zu gelangen, auf meine innere Stimme, mein sicheres Gefühl zu hören. Wobei ich das alles rückblickend jetzt so beschreibe. Damals als Kind hätte ich für all das keine Worte gefunden. Man lebt als Kind noch nicht so im Kopf und in den Worten.

Noch ein Beispiel.
Wenn ich Videos im Netz anschaue. Letztens schaute ich eine Dame an, die angeblich seit 20 Jahren Rohköstlerin ist. Nun denn, dachte ich mir, diese Dame ist sicher schlank, denn sie muss voll entgiftet sein nach 20 Jahren Obst und Gemüsegenuß. Zudem erwartete ich eine Frau, die nicht geschminkt ist. Denn wenn man auf Rohkost umsteigt, wandelt sich das ganze Wesen. Alles Unnatürliche fällt von einem ab. Unnatürliches Verhalten, Künstlich aufgesetzte Masken, ebenso solche Dinge wie Nagellack oder Schminke. Ganz einfach weil man mit dieser natürlichen Nahrung, wieder zu sich selbst und zur Natur zurück findet. Und die Natur kennt diesen Mumpitz nicht. Oder gibt es Vögel, Bären oder Kühe, die sich schminken? ;-)

Was lachte mir aus dem youtube Video entgegen? Eine geschminkte, dickliche Dame mit lackierten Fingernägeln. Oha! Als sie dann auch noch sagte, dass sie Studentenfutter isst und ab und zu Rotwein trinkt, da war der Lack bei mir ab ;-) Beides ist keine Rohkost. Das waren jetzt Fakten. An diesen nackten Fakten konnte ich sehen, dass hier gelogen wird.

Rohkost ist immer mehr im Kommen, und wie man sehen kann, üben schon die ersten Blender um vermeintliches Wissen, in Interviews und Shows zu präsentieren.

Wer über Gesundheit redet und vorgibt Ahnung zu haben, sollte gesund aussehen :-) ;-) 

Nun denn, es gibt ja auch immer noch das Gefühl dazu. Bzw. wie mein Körper reagiert. Als ich der Dame eine Weile zuschaute, spürte ich innerlich eine Abneigung gegen das, was sie sagte. Sie sprach nicht frisch und frei, sondern eher so, als wäre das alles vorher überlegt worden, ganz einfach weil das Gesagte erfunden ist, und nicht wahr ist. An einigen Stellen hatten ihre Antworten gar keine Relevanz, sie blabberte leeres Zeugs.

Ich stelle gerne den Ton ab, und beobachte nur die Gestiken und die Mimik. Man erfährt so viel mehr, und man kann besser entscheiden, ob man der Person glauben kann oder nicht. Das ist meine Erfahrung. Nur schauen, nicht hinhören, das lässt einen vieles entdecken.

Oft beobachte ich bei Leuten, wenn sie lügen, dass sie nach rechts oben schauen. Das bedeutet, dass sie erst überlegen müssen, was sie erzählen wollen aus ihrer Lügenkiste ;-)
Diesen Tipp habe ich von einem Mann bekommen, der Gestiken liest.

Wer nach links oben schaut, der erinnert sich an etwas, das wirklich geschehen ist. Nach links schauen, bedeutet in die Vergangenheit zu schauen.

Wenn ich Berichte lese, dann höre ich genau hin, was mein Gefühl sagt. Wenn es mir unwohl wird, wenn ich innerlich Abstand nehme, dann stimmt was nicht.

Unsere innere Stimme ist übrigens in Zeiten wie den unseren, der einzige Kompass der uns bleibt. Wenn man keinem mehr glauben kann, weil die ganze Welt lügt, dann kann man nur noch sich selbst vertrauen. Und dann ist es wichtig, dass man sich selbst auch trauen kann ;-)

Es ist wichtig, dass man auf das erste Gefühl hört. Das Erste was hochkommt. Im wahrsten Sinne des Wortes „hochkommt“. Denn es ist die Stimme aus dem Herzen, die ihren Weg in unseren Kopf findet. Alles was danach kommt, ist Gebrabbel aus dem Kopf, und meistens nicht hilfreich. Denn der Verstand ist nur eine Art Rechenmaschine, er akkumuliert das, was er mal gesehen hat und wiederholt diese Dinge nur. Etwas Neues kommt vom Verstand nicht. Etwas Neues kann er nicht einbringen. Einsichten bekommt man nicht durch den Verstand, er strickt immer nur das Alte :-) Beobachtet es selbst. Wenn man entspannt ist und gerade nicht denkt, dann hat man die besten Einfälle, gell? ;-)

Die innere Stimme ist übrigens leise. Man hört sie nur, wenn man selbst still ist. Der Verstand schreit einem laut ins Leben. Meistens warnt er, und macht Angst. Er zweifelt und trauert. Er sieht keinen Ausweg, oder es ist alle schwer usw. Wenn man darauf achtet, wie er arbeitet, dann kann man sich aus diesem negativen Geschwätz befreien. Wenn man genau hinsieht, dann fällt auf, dass er seine Weisheiten nur jemand anderem nachschwätzt. Er klaut seine Sprüche aus dem TV, bei den Eltern, auch wenn sie schon lange tot sind, oder beim Partner, gerne auch aus der Bibel usw. Wir kennen das ja alle :-)

Ein paar Beispiele gefällig? ;-)

„Pass gut auf, man kann nie wissen, was wahr ist.“ Das ist ein besonders hohler Spruch, man kann rein garnix mit ihm anfangen, gell. Es ist nur eine Warnung garniert mit einem schlechten Gefühl.

„Mach das lieber nicht, es könnte was Unvorhergesehenes passieren.“ Oha! Es passiert ständig Unvorhergesehenes, wir wissen nicht eine Sekunde im Voraus, was passieren wird, gell?

„Es könnte dieses oder jenes passieren. Du könntest arbeitslos werden, oder krank.“ Ach ja? ;-) Bist du aber gerade nicht, oder? Es sind Zukunftsspinnereien, Sorgen um Dinge, die meistens sowieso nicht passieren. Und wenn sie passieren, dann kannst du dich immer noch dann darum kümmern, wenn sie passiert sind, ABER NICHT JETZT! :-)  Der jetzige Moment ist alles, was es gibt. Kein Mensch kann in der Vergangenheit oder in der Zukunft leben. Wir leben immer genau JETZT. Lass dich nicht vom Verstand wohin tragen, wo man nur in Gedanken sein kann. Denn auf diese Weise tröppelt dein Leben dahin, und du verpasst es, weil du nicht hier bist.

Nicht zuletzt sollte man darauf schauen, ob diese Fülle an Informationen für das eigene Leben wichtig sind. Wenn nicht, wenn es mir nicht dienlich ist, dann können diese Infos in den Mülleimer :-) Egal ob wahr oder falsch.

Nun den …
Wie erlangt man Vertrauen zu sich selbst? Wie erlangt man Sicherheit im Hören der inneren Stimme? Meditation ist ein sehr guter Weg :-) Man wird dadurch ruhiger, zentrierter und es erreichen einen Einsichten, die man sonst nicht hat.

Alldieweil ….
Passt gut auf, was man euch erzählt :-)
 

... von Marion am 20. September 2017

 

 

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