Unser Aussteigerleben - Kreatives Arbeiten

Lehmen, die Fortsetzung  - 6. Juli 2013
Der Lehm ist einfach von der Wand abgefallen. Was ein Ärger.
Was ist denn da schief gelaufen?
Ab ins Internet und informieren.

Die erste Mischung oder besser gesagt der erste Lehm, den ich einfach vom Land genommen habe, so wie er da lag, war zu sandig.
Er hat sich nicht mit dem Untergrund verbunden und hatte auch keine Stabilität in sich. Zudem war die Oberfläche sandig. Wenn man sich an die Wand lehnte, rieselte Sand auf den Boden. Und es gab kleine Risse.

Der zweite Versuch sah so aus, dass ich weiter unten am Hang fetteren Lehm ausbuddelte und diesen auf die sandige Schicht aufbrachte.
Alles nochmal weg zu klopfen, da war ich zu faul dazu, es wird schon gehen. Ich wollte ja möglichst schnell die Fliesen kaufen.

Pusteblume!!

Über Nacht fielen beide Schichten einfach auf den Boden, habe fertig! :-)

Nun denn ....
Ein nettes Paar aus Bernburg hat uns zur Entspannung und als Heilbad Csisztapuszta empfohlen. Das fiel mir blitzartig wieder ein.
Auf ins Bad. War das schön. Ein Heilbad, das wirklich eines ist. Das Schwefelwasser wird kontinuierlich heraufgepumpt und auf Chlor wird völlig verzichtet. Die Becken werden sogar täglich komplett neu gefüllt. Das behagte uns sehr. Denn die chlorverseuchten Bäder aus Deutschland haben wir irgendwie satt. In den Chemieschulbüchern aus den Sechzigern wird Chlor noch als menschengiftig beschrieben, heute benutzt man es, als wäre es ein gewöhnlicher Zusatz.
Nach dem Bad in Csisztapuszta fiel mir noch auf, dass meine Haut ganz weich wurde und die Entspannung wirklich großartig war.

 

 

Frisch gestärkt und gut erholt, neu ans Werk.
Die zweite Schicht war zu lehmhaltig und ergab tiefe Risse. Ich brauchte die richtige Mischung. Im Netz fand ich eine wunderbare Seite, von einem Menschen, der auch die Idee hatte den eigenen Lehm vom Land zu verarbeiten.

Der Kniff ist, dass man jeden Lehm erst testhalber mischen muss. So experimentierte ich und mischte 1:1 - 2:1 - 1:2
2 Teile Lehm und 1 Teil sandiger Lehm mit etwas kurz gehacktem Stroh war die richtige Mischung. Der Lehm hielt gut und die Oberfläche wurde hart und glatt. Die Strohhalme blinken heraus, das finde ich, ist ein schönes Designelement. Und obendrein hab ich weder Geld in den Baumarkt getragen noch habe ich irgendwelche Chemie in unserem neuen Wohnzimmer, das ist doch was :-)

 

 

 


 

 

Lehmen - 1. Juni 2013
Die erste Lehmwand ist fertig. Unser zukünftiges Wintergarten-Wohnzimmer nimmt langsam Form an. Das untere Drittel ist schon am trocknen, man sieht das an der helleren Farbe im Vergleich zum oberen Drittel, das ich erst heute gelehmt habe.

Was Wikipedia noch weis:
Lehm konserviert Holz
Bedingt durch die geringe Gleichgewichtsfeuchte von Lehm von 0,4-6 Gewichtsprozenten werden Holz und andere organische Stoffe, die von Lehm umgeben sind, entfeuchtet bzw. trocken gehalten, so dass diese nicht von Pilzen oder Insekten befallen werden. Im Vergleich dazu hat Holz eine Gleichgewichtsfeuchte von 1-12 %. Tierische Schädlinge brauchen in der Regel eine Mindestfeuchte von 14-18 %, Pilze eine Feuchtigkeit von mehr als 20 %. Insofern kann man von einer Konservierung durch Lehm sprechen.

 

 

 

 

Lehmen - 29. Mai 2013
Wir haben hier wie in fast jedem ungarischen Häuschen einen Vorbau am Haus, der als Überdachung der Hauseingangstüre dient, und im Sommer kann man sich dorthin setzen und sich sonnen.
Da mir der Wohnraum hier doch einwenig zu klein ist, habe ich kurzerhand diesen Vorbau verglast und eine Tür eingesetzt. Nun haben wir so eine Art Wintergarten und können wunderbar den Garten und die Vögel beobachten.
Unser gesamtes Haus wurde mit Lehm gemauert und auch die Wände wurden mit Lehm isoliert. Leider hat der Vorbesitzer Farbe draufgestrichen. Die musste natürlich runter. Also haben wir uns dran gemacht und alles entfernt was nicht Natur war und was schon lose war.

Anschließend hat Helmut ein paar Eimer Lehm aus dem Garten geholt und schon gings los. Ich glaube ich war in einem früheren Leben schon mal Lehmbauer :-)
Das ging mir alles sehr leicht von der Hand. Lehm ist ein wunderbarer Werkstoff. Lehm ist leicht zu verarbeiten, es ist bereits alles drin was benötigt wird, wir haben zumindest nichts zugesetzt und man hat Natur pur.
Ich habe die Masse lediglich aufgestrichen und per Hand festgeklopft. Nach einigen Tagen wird das Ganze hart und die zweite Schicht kann aufgetragen werden. Diese Schicht wird dann nur noch mit einem glatten Gegenstand z.B. ein Löffel verdichtet.
Die Oberfläche ist dann glatt. Ich finde die Farbe des Lehms, wenn er trocken ist wunderbar wärmend und harmonisch.
Lehm schafft im Raum ein schönes Klima, er nimmt Feuchtigkeit auf und gleicht Trockenheit aus.
Und das Schönste dabei ist, dass wir ein enormes Lager davon im Garten haben :-)

 

 

 

 

Der zurückgekommene Winter birgt Kreativität in sich - 17. März  2013
Ich mache gerne Handarbeiten. Nähen, Stricken, Häkeln und Wolle spinnen, darin kann ich mich wiederfinden. Letztens habe ich gelesen, dass wohl außer Mauretanien auch noch viele andere Länder für die Abschaffung von Plastiktüten sind. Kein Wunder, wenn man die Meere mal genauer betrachtet. Hierzu empfehle ich den Film -Plastic Planet- anzuschauen, hier in deutsch. Nun denn, wohl an.

Mein Beitrag soll eine Umhängetasche aus Stoff sein, 100% Baumwolle.

Der zweite Aspekt, den ich gerne noch unterbringen möchte, ist die Botschaft an die Menschheit, bitte vegan zu leben. Denn wir zerstören die Erde nicht nur mit unserem fehlenden Umweltbewusstsein, sondern auch mit Fleischkonsum. Jedes Jahr gehen mehr als 300.000 Quadratkilometer an wertvollem Wald für die Futtermittelproduktion und Weiden von Rindern verloren. Dadurch wird die grüne Lunge der Erde zerstört. Schlachthöfe sind Tierquälanstalten, geht mal hin! Fleischessen verursacht Alpträume jener Art, wo man verfolgt wird und jemand einem das Leben bedroht. Es liegt sehr nahe, dass hier die Schwingungen der Tiere, die für Schnitzel und Würstchen ermordet werden, zum Ausdruck kommen. 
Es gibt noch viele, viele Gründe .... googelt einfach mal danach. Zu diesem Thema kann ich keine Filme empfehlen, da ich diese Filme nicht anschauen kann, zu grausam.

Also, zurück zur Umhängetasche Luise.

Sie ist aus stabilem Stoff genäht, also haltbar. Extra Innentasche mit Reißverschluss und einem kleinem Täschchen an der Außenseite. Die Applikationen sind gehäkelt, sowie der Schriftzug "go vegan". Die Maße sind 40cm breit und 50cm hoch und das Umhängeband ist 95cm lang. Preis 79 Euro.

Wenn Du sie haben möchtest, gelten die allgemeinen menschlichen Bedingungen. Ich schicke sie zu, wenn das Geld auf meinem Konto ist. Wenn Luise Dir nicht gefällt, schickst Du sie einfach zurück. Bitte unbenutzt und bitte innerhalb angemessener Zeit. Das Zurücksenden ist einfach, ich lege zusätzlich eine deutsche Adresse mit ins Päckchen. Solltest Du in Ungarn wohnen kannst Du sie mir direkt zurückschicken :-)
Portokosten Ungarn 4,90 Euro, Deutschland und Österreich 9,90 Euro. Alle anderen Länder bitte anfragen.
Bestellmail: info@die-welt-ist-im-wandel.de

 



 



 

Wir säen dann mal ... - 7. März  2013
Bereits Ende Februar haben wir die ersten Hügelbeete mit Radieschensamen, Salaten und anderen Saaten versehen.  Heute am 7. März wurde noch Ackersalat gesät und anschließend abgemulcht. Unser Saatgut stammt von der Arche Noah aus Österreich, Dreschflegel, VERN e.V. und Bingenheimer. Wir haben gestern aus einem ungarischen Selbstversorgerlädchen etwas Saatgut mitgenommen. Petersilie, Artischocke und ein paar Blumen. Ich bin gespannt auf den Unterschied. Über das Petersilie Päckchen war ich einigermaßen erstaunt. Da steht drauf, dass Petersilie eine Heilpflanze ist. Hier und da merkt man schon, dass wir nicht mehr im überkontrollierten Deutschland leben. Für diese Bezeichnung hätte man den Hersteller wahrscheinlich Jahre eingebuchtet ;-)  

 

 

 

Die Hügelkultur nach Sepp Holzer entsteht - Februar/März  2013
Anfang Februar haben wir begonnen Hügelbeete und Kraterbeete anzulegen. Wir haben uns da keinen großen Plan gemacht, sondern arbeiten einfach nach unseren Vorstellungen. Schön soll es werden; eine Landschaft mit Kreisen, Spiralen, Wassergärten und Bäumen. Sie soll uns ernähren, und zwar im Überfluss, und sie soll mit und durch die Natur funktionieren.

 

Hier entsteht ein Hügelbeet

Die erste Schicht besteht aus Holz; frisch geschlagenes und halb verrottet, Steinen und Ziegeln, und lehmiger Erde. Das Holz wird als Langzeitdünger für die Gemüsekulturen über die Jahre von den Pflanzen verbraucht. Außerdem speichert Holz Wasser, damit nicht gegossen werden muss. Gießen ist nicht nur extrem zeitaufwändig, sondern spült auch die Nährstoffe in tiefere Erdschichten. Die Steine dienen als Wärmespeicher im Frühjahr und Herbst, so dass auch in Jahren mit weniger Sonne Zitrusfrüchte reifen können. Die Lehmerde machen wir in die erste Schicht mit rein, da wir auf unserer ehemaligen Agrarwüste (Maisfeld) noch nicht genügend humösen Boden haben.

Die zweite Schicht besteht aus etwas Kuhdung, den wir nur in diesem Hügel für so genannte "Starkzehrer", wie Tomaten und Kürbisse verwenden.

Die dritte Schicht besteht aus Heu, Grünzeug und Küchenabfällen, einfach feines Pflanzenmaterial, das den jungen Pflänzchen gleich als Nährstofflieferant zur Verfügung steht (das Holz der ersten Schicht zersetzt sich nicht so schnell).

Die vierte Schicht, die Pflanzschicht, ist am besten feiner Humus.

 

 

Nach Einbringung der Saat wird gleich mit einer feinen Heuschicht abgemulcht, damit der Boden nicht austrocknet und erodiert. Damit das Heu nicht weggeweht wird, legen und stecken wir feine Zweige darauf.

 

 

Hier entsteht ein Holzersches Kraterbeet. In der Mitte soll mal ein kleiner Teich ohne Folie Wasser halten. Das Kraterbeet soll außer Raum für Pflanzen auch überschüssiges Regenwasser, das vom Hang abläuft, speichern und in Trockenzeiten an die tiefer gelegenen Bereiche abgeben.

 

 

Die ersten Landschaften entstehen

 


 

 

Marion: Da Helmut bei uns der Gärtner ist, hat er das meiste geformt und im Garten gearbeitet. Ich bin eher ein kleiner Gärtner. Ich habe vor ein kreatives Blumen-Gemüse-Beet zu erstellen. Es soll schön und nützlich sein :-)
Und beim nächsten Einkauf besorge ich Töpfe zum Vorziehen der Tomaten, darauf bin ich schon ganz gespannt, denn das habe ich noch nie gemacht.
Was ich noch erwähnen wollte ... man muss das Land, das man formen will genau beobachten. Wo läuft das Wasser, wo steht die Sonne am Morgen, wo ist die Erde trocken usw. Und zu guter letzt sollte man sich ganz von der Intuition leiten lassen, das ist das größte Geschenk, das wir besitzen. Diese kleine meist leise innere Stimme, die alles weis ;-)

 

 

Ein Tellerhalter Regal - Januar  2013
Seit Anfang Dezember 2012 baue ich an unserer neuen Küche. Die alte Küche war eine alte Einbauküche, die durchaus noch tauglich war, jedoch stehen wir auf Einbauküchen ungefähr so wie ein Frosch auf einen Storch.
In alten Filmen und in Omaküchen sieht man immer diese hübschen Halterungen, wo die Teller so schön aufgereiht und dekorativ im Küchenbüffet stehen. So etwas stellte ich mir vor. Wie man sieht, ist das sehr einfach zu bauen und es hat sich wieder mal bewährt: Alles Einfache ist gut, bzw. es stimmt auch andersherum, alles Gute ist einfach ;-)
Bei -Butlers- in Budapest habe ich diese Halterungen nun auch entdeckt. Sollte die gute alte Zeit wiederkommen?
 

 



 


Archiv Oktober bis Dezember 2012
Inhalt:
Ein neuer Stil für den Spaten
Ein Lagerregal für Vorräte
Ein Holzwall entsteht
Kaminreparatur

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